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FCC gewinnt völlig verrücktes Spiel
Schorschi

Anmeldedatum: 12.11.2008 Beiträge: 1742 Wohnort: Jena
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Verfasst am: 19.11.2011, 19:26 Titel: FCC gewinnt völlig verrücktes Spiel |
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Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle, sieben Toren, wechselnden Führungen und drei Elfmetern gewinnt der FC Carl Zeiss gegen Arminia Bielefeld verdient mit 4:3 (2:1). Vor 4.738 völlig begeisterten Zuschauern verkürzt Jena nach einer kämpferisch starken Leistung den Rückstand auf das rettende Ufer und beschert Petrik Sander einen Punktspielauftakt nach Maß.
Das Team hatte bereits mit dem Anpfiff den ersten Schock zu verkraften. Jan Simak hatte sich beim Aufwärmen verletzt und mußte in letzter Sekunde gegen Björn Lindemann ausgetauscht werden, der im Fünfermittelfeld neben Hähnge und Eckardt agierte, während das Landeka und Zickert die Doppel-6 bildeten und Nils Pichinot als einzige Spitze agierte.
Von Beginn an spürte man deutlich, daß sich Bielefeld mit den letzten Siegen viel Selbstvertrauen geholt hatte. Zwar hatte Pichinot nach 11 Minuten die Führung auf dem Fuß und scheiterte nach Zuckerpass von Hähnge an Bielefelds Schlußmann Moreno. Doch die Musik machten die Gäste und gingen durch ein Kopfballtor von Rahn nach Rzatkowskis Freistoß verdient in Führung (32.). Praktisch im Gegenzug aber der Ausgleich durch einen verwandelten Foulelfmeter von Alex Voigt, der für den schwachen Lindemann eingewechselte Fries war im Strafraum klar gefoult worden. Wenn es eines Beweises bedurfte, daß Fußball im Kopf entschieden wird, dann lieferte ihn dieses Spiel, denn urplötzlich drehte Jena auf und drückte die Gäste an die Wand. Fünf Minuten nach dem Ausgleich war es Nils Pichinot, der eine Ablage Rene Eckardts trocken aufnahm und unhaltbar verwandelte. Ein echtes Traumtor, dank dem es mit dem 2:1-Standardergebnis zwischen beidem Teams in die Kabine ging. Seit langem wieder einmal unter dem Beifall der Zuschauer.
Diese hatten kurz nach dem Wechsel erneut den Torschrei auf den Lippen, als Pichinot zu lange zögert (49.). Auf der Gegenseite mußte Berbig einen Kopfball Rahns aus Nahdistanz entschärfen. Doch Jena hatte die Partie jetzt im Griff und wurde nach 57 Minuten für sein Kampfspiel belohnt. Landeka schickt nach großartiger Balleroberung Pichinot steil, der gewinnt energisch sein Laufduell und wird vom zweiten Bielefelder Verteidiger im Strafraum unsanft gestoppt. Wieder der Pfiff und diesmal ist es Hähnge, der sicher vollendet. Bielefelds Coach Stefan Krämer reagiert, setzt mit den Einwechslungen von Hernandez und Agyemang alles auf eine Karte und wird nur fünf Minuten später belohnt (65.). Landekas Ballverlust erweist sich als folgenschwer, Jena bekommt den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone, zwischenzeitlich ist sogar ein zweiter Ball im Spiel, aber da Referee Dankert nicht unterbricht, vollendet Agyemang zum Bielefelder Anschlußtreffer. Doch damit nicht genug. Neun Minuten später ist es erneut der Ex-Auer, der einen Aussetzer in Jenas Hintermannschaft ausnutzt. Voigt war an einer Rechtsflanke vorbeigeflogen, Agyemang braucht freistehend vor Berbig nur noch vollenden. Im Gegensatz zu den letzten Wochen brach der FCC diesmal aber nicht auseinander sondern behielt den Kopf oben und wurde mit dem Glück des Tüchtigen belohnt. Nils Miatke bringt einen Freistoß in den Bielefelder Strafraum, trifft den ausgestreckten Arm eines Gästespielers und nach schier ewigen Sekunden entscheidet Dankert zum dritten Male an diesem Tag auf Strafstoß für Jena. Die minutenlange Unterbrechung aufgrund wütender Proteste der Gästespieler bringen Alexander Voigt nicht aus der Ruhe, 4:3, das Ernst-Abbe-Sportfeld ein einziges Tollhaus (84.). Drei Minuten vor dem Ende dann die Riesenchance zur endgültigen Entscheidung, aber Krause und Fries, die von nur einem Abwehrspieler gestört auf den gegnerischen Kasten zugehen, bringen den Angriff einfach nicht zu Ende. So hieß es bangen bis zum Ende der fast vierminütigen Nachspielzeit, bevor der erste Heimsieg seit August unter Dach und Fach war.
Jena: Berbig - Miatke, Voigt, Schulz, Ullmann - Landeka (71. Krause), Zickert - Lindemann (24. Fries), Hähnge, Eckardt (81. C.Siefkes) - Pichinot
Bielefeld: Moreno - Riemer, Hübener, Schütz, Klos, Rzatkowski, Rahn, Hornig, Schönfeld (60. Agyemang), Hille (60. Hernandez), Krück
Zuschauer: 4738
Tore: 0:1 Rahn (33.), 1:1 Voigt (35. Foulelfmeter), 2:1 Pichinot (40.), 3:1 Hähnge (56. Foulelfmeter), 3:2 Agyemang (66.), 3:3 Agyemang (75.), 4:3 Voigt (84. Handelfmeter)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Gelb:
Zickert, Ullmann, Pichinot
Rzatkowski, Klos, Hornig, Schönfeld
Trainerstimmen:
Petrik Sander: Es war schon ein kleines Spektakel. Die Zuschauer hier haben so etwas ja schon des Öfteren erlebt, aber ich kann darauf künftig verzichten. Irgendwann fällt man sonst um an der Linie und dafür bin ich noch zu jung. Den Ausfall von Simak in der Kabine mußten wir erst einmal verkraften, zumal wir in der Anfangsphase fast mit einem Mann weniger gespielt haben. Bielefeld kam durch einen Standard in Führung, aber wie wir dann nach dem Ausgleich reagiert haben, hat mir sehr gut gefallen und war das, was ich von der Mannschaft erwarte. Nach dem 3:1 haben wir nicht geschafft, Bielefeld zu kontrollieren und nach dem 3:3 dachten sicher viele Zuschauer "Jetzt geht das schon wieder los". Aber wie beispielsweise ein Alex Voigt die Mannschaft gepusht hat und wie wir dann reagierten zeigt, nur gemeinsam schaffen wir das. Die Entstehung des 4:3 habe ich nicht erkennen können, aber Voigt hat Verantwortung übernommen und die drei Punkte eingefahren, die sich die gesamte Mannschaft verdient hat. Es war ein wichtiger Schritt, aber ein kleiner Schritt. Wir werden jetzt keine Jubelarien ausrufen, es liegt weiterhin viel viel Arbeit vor uns.
Befragt zu Jan Simak und Björn Lindemann: Jan Simak hat sich beim Warmmachen wahrscheinlich eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen. Lindemann war bei seiner Auswechslung nicht verletzt, aber braucht eine gute Erklärung für diese Leistung.
Stefan Krämer: Ich gebe gern zu, daß ich nicht gut verlieren kann. Aber ich kann verlieren, wenn es sportlich und fair zugeht, so wie das Spiel bis zum 3:3 war. Beide Teams hätten einen Punkt verdient gehabt, ein Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis gewesen. Dass es nicht so kam, lag am Schiedsrichter, der damit Arbeitsplätze in Bielefeld gefährdet. Ich gratuliere Jena zum Sieg, vielleicht wäre das Spiel in der Schlußphase auch so zugunsten Jenas gekippt, aber aber so hat es der Schiedsrichter entschieden. Damit müssen wir leben und können es nicht ändern.
http://www.fc-carlzeiss-jena.de
erstellt am 19.11.2011 |
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_________________ . . . FC Carl Zeiss, meine Liebe, mein Verein, ich bin geboren um mit dir zu sein . . . |
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